Mit dem europäischen Gigabit Infrastructure Act wird diese Gebäudeausstattung künftig noch wichtiger. Für Neubauten, deren Baugenehmigung ab 2026 beantragt wird, und bei umfassenden Renovierungen muss bereits bei der Planung eine glasfaserfähige Gebäudeinfrastruktur vorgesehen werden, inklusive vorbereiteter oder realisierter interner Glasfaserverkabelung. Ziel ist es, Gebäude von Anfang an für Gigabit-Anschlüsse auszulegen und kostspielige Nachrüstungen zu vermeiden.
Die Verantwortung für die Glasfaser-Verkabelung im Gebäude liegt in erster Linie bei den Eigentümern. Sie entscheiden über die Ausgestaltung der Gebäudeinfrastruktur und beauftragen in der Regel das Elektrohandwerk mit Planung und Umsetzung. Genau hier beginnt jedoch häufig das Problem: Wird eine Hausverkabelung nur für einen einzigen Telekommunikationsanbieter ausgelegt, schränkt dies die Wahlfreiheit der Gebäudenutzenden massiv ein. Die Folgen sind fehlender Wettbewerb, eingeschränkte Produktvielfalt und langfristige Abhängigkeiten.
Wie groß der Bedarf nach echter Anbieterwahl tatsächlich ist, zeigt eine aktuelle YouGov Studie, die sich auf Unternehmen fokussiert: 83 Prozent der befragten Firmen aus unterschiedlichen Branchen in Deutschland bewerten eine Auswahl verschiedener Telekommunikationsanbieter als wichtig oder sehr wichtig. Gleichzeitig verfügen jedoch nur 31 Prozent über eine Inhausverkabelung mit Glasfaser. Die Infrastruktur hinkt den Erwartungen deutlich hinterher. Doch vor allem bei Gewerbeeinheiten sind leistungsfähige und anbieterneutrale Glasfaser-Infrastrukturen längst kein Komfort mehr, sondern eine zentrale Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit und digitale Geschäftsmodelle.
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