Warum sind Kooperationen beim Glasfaser-Ausbau so wichtig?
Damit Kunden schneller vom Glasfaser-Ausbau profitieren, braucht es eine kluge Zusammenarbeit: Kooperationen zwischen Netzbetreibern und Dienstanbietern ermöglichen es, vorhandene Infrastruktur gemeinsam zu nutzen, statt sie zu überbauen. Echter Wettbewerb entsteht nicht durch parallele Netze, sondern durch die Qualität der Angebote auf einer bestehenden Infrastruktur. Das sorgt vor allem dafür, dass Kunden schneller Zugang zu einer größeren Auswahl an Diensten und Tarifen erhalten.
Wie genau funktioniert diese gemeinsame Nutzung?
Es gibt verschiedene Modelle. Die Art der Kooperation hängt davon ab, wie tief ein Nachfrager in die Netzebenen des Betreibers eingreift und ob auf passive oder aktive Infrastruktur zugegriffen wird. Grundsätzlich kann man vier Arten unterscheiden: Erstens die sogenannte Mitverlegung, bei der Glasfaserkabel parallel zu bereits geplanten Infrastrukturen wie Strom- oder Wasserleitungen verlegt werden. Zweitens die Nutzung von Leerrohren, bei der der Nachfrager bereits verlegte aber bisher ungenutzte Rohre des Partners nutzt, um seine eigenen Glasfaserkabel dort einzuschießen. Als dritte Möglichkeit gibt es die Nutzung unbeleuchteter Glasfaser – sogenannter Dark Fiber. Diese wird vom Nachfrager aktiviert. Und viertens, der vollständig gemanagte Bitstream-Zugang, bei dem der Nachfrager Bandbreiten auf dem bestehenden Netz anmietet und der Netzbetreiber die technische Steuerung behält. Wichtig ist, dass wir durch standardisierte und faire Wettbewerbsbedingungen allen Marktteilnehmern die Möglichkeit geben, auf Augenhöhe teilzunehmen.
Kannst du das noch weiter ausführen? Welche Voraussetzungen sind erforderlich für solche Kooperationen?
Zentral ist, dass Kooperationen auf fairen, klar definierten Rahmenbedingungen basieren. Es braucht standardisierte Schnittstellen, transparente Prozesse und einheitliche technische sowie rechtliche Voraussetzungen. Ebenso entscheidend: faire Preisgestaltungen und Servicevereinbarungen (SLAs), die auch qualitativ hochwertige Angebote für Geschäftskunden ermöglichen. Es braucht eine übergreifende Regulierung und politische Unterstützung, die Vielfalt auf bestehenden Netzen statt doppeltem Ausbau fördert.
Welche Vorteile haben Netzbetreiber durch Kooperationen?
Kooperationen ermöglichen es Netzbetreibern, ihre vorhandene Infrastruktur effizienter zu nutzen. Durch die gemeinsame Nutzung passiver Netzkomponenten wie Leerrohre oder Dark Fiber kann die Netzauslastung deutlich gesteigert werden – das beschleunigt die Amortisation der Investitionen. Zudem erreichen Netzbetreiber durch ihre Partner schneller neue Kunden, ohne eigene zusätzliche Vertriebsmaßnahmen durchführen zu müssen.
Und wie profitieren Vorleistungsnachfrager von solchen Modellen?
Vorleistungsnachfrager erhalten durch Kooperationen einen schnelleren und kostengünstigen Zugang zum Markt. Vor allem im Geschäftskunden-Segment ist das entscheidend, denn Telekommunikationslösungen werden oftmals deutschlandweit für mehrere Standorte angefragt und können durch die Zusammenarbeit schneller und aus einer Hand bedient werden. Der echte Wettbewerb entsteht dabei nicht durch parallele Netze, sondern durch Service, Qualität und Produktvielfalt auf gemeinsam genutzter Infrastruktur. Das erhöht die Attraktivität von Glasfaserangeboten und damit auch die Umstiegsbereitschaft der Endkunden.
Welche Rolle spielt 1&1 Versatel dabei?
Wir kooperieren mit über 400 Partnern in ganz Deutschland, sowohl als Nachfrager von Vorleistungen als auch als Anbieter unserer eigenen Infrastruktur, z.B. mit der Deutschen Telekom, Gelsen-Net, Westconnect, Greenfiber u.v.a. Damit bieten wir unseren Firmenkunden die größte Netz-Reichweite und verbessern gleichzeitig die Auslastung unserer eigenen Glasfaserinfrastruktur. Wir verstehen uns als Treiber eines offenen, fairen Glasfaser-Marktes.
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